internationale Begegnung von jungen Menschen mit Assistenzbedarf aus Finnland, Malta und Deutschland

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Einen Bericht der Tageszeitung WAZ vom 05.03.2016 lesen Sie hier.
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Drei große Organisationen, die Menschen mit Behinderungen unterstützen, bereiteten seit 2015 ein ehrgeiziges Projekt vor. Der Christopherus-Haus e.V. aus Dortmund/Bochum/Witten, die Down Syndrome Association aus Malta https://www.dsa.org.mt und die Lyhty-Organisation aus Helsinki https://www.lyhty.fi arbeiteten monatelang daran, ihren Traum zu verwirklichen. Erstmalig sollte ein internationaler Austausch von jungen Menschen mit Behinderungen durchgeführt werden. Die erste Begegnung sollte in Deutschland stattfinden, unter der Schirmherrschaft der Wohn-und Lebensgemeinschaft Witten und der Werkstätten Gottessegen aus Dortmund, die beide zum Christopherus-Haus gehören. Dieses ist eine große, gemeinnützige, anthroposophische Einrichtung der Behindertenhilfe im Ruhrgebiet, in der mehr als 800 Menschen jeder Altersstufe mit geistigen und körperlichen Behinderungen Bildungs-, Arbeits- und Wohnmöglichkeiten finden.

Was anfangs keiner für möglich hielt, wurde nun im Frühjahr 2016 wahr.

Vom 29.02.2016 bis zum 05.03.2016 traffen sich junge Erwachsene mit Behinderungen aus den Ländern Finnland, Malta und Deutschland in Witten, Im Wullen 75, in der Wohn- und Lebensgemeinschaft des Christopherus-Hauses. Die Teilnehmer dieser internationalen Begegnung haben sich im Rahmen eines Projektes, welches über das Erasmus+ Programm der europäischen Union finanziell und ideell gefördert wird, mit den Themen Chancengleichheit am Arbeitsplatz, Toleranz und soziale Inklusion in der EU, Möglichkeiten des selbstbestimmten Lebens und Wohnens in den jeweiligen Ländern sowie der Teilhabe am kulturellen gesellschaftlichen Leben für Menschen mit Behinderungen befasst. Diskutiert wurde auch darüber, ob sich in den Ländern seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention etwas zum Positiven verändert hat.

Die drei Delegationen bestanden insgesamt aus 16 Menschen mit Behinderungen, die von 13 Betreuern bzw. Übersetzern unterstützt wurden. Eine Herausforderung der Tagung bestand in der sprachlichen Verständigung, da man sich auf Englisch unterhalten musste, was in die jeweilige Landessprache übersetzt werden musste. Neben intensiver Erarbeitung und Diskussion der thematischen Schwerpunkte haben die Teilnehmer die Werkstätten Gottessegen in Dortmund besichtigt, um sich über Arbeit für Menschen mit Behinderung und die Möglichkeiten der unterstützten Beschäftigung auf dem freien Arbeitsmarkt in Deutschland zu informieren. Darüber hinaus lernten sie verschiedene Formen des weitgehend selbstbestimmten Wohnens in der Wohn-und Lebensgemeinschaft Witten kennen. Das Programm wurde durch verschiedene kulturelle Angebote und gemeinsame künstlerische Aktivitäten abgerundet.

Ziel des Projektes war, dass die Teilnehmer neben der Erweiterung des persönlichen Horizontes durch neue Erfahrungen, Ideen und Vorschläge zur Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben und in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen erarbeiten, die sie den Behörden ihrer Heimatländer vorstellen. Aber auch die Europäische Union soll profitieren, indem sie in einem abschließenden Bericht erhält, in dem Wünsche und Bedürfnisse deutlich werden.