Leitbild

Unsere Grundlagen, unsere Leitideen

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Das Johanna-Ruß-Haus ist ein Wohnheim für Kinder und Jugendliche, die einer besonderen Zuwendung und Hilfe in körperlicher, seelischer und geistiger Weise bedürfen, um ihr Eigenstes ergreifen zu können.

Die Grundlage unseres pädagogischen und sozialen Zusammenlebens mit diesen jungen Menschen ist die anthroposophische Heilpädagogik Rudolf Steiners.

Wir sind überzeugt, dass wir Menschen unsere individuelle Entwicklung durch wiederholte Erdenleben vollziehen. Auf diesen Erdenwegen stoßen wir auf Erlebnisse und Erschwernisse, die zu unserem individuellen Entwicklungsweg dazu gehören. Unser menschliches Streben erklärt sich aus unseren wiederholten Erdenleben.

Die Menschen, für die wir tätig sind

Die jungen Menschen in unserem Haus bedürfen nicht nur unserer Hilfe; sie breiten Seelenqualitäten aus, die Anstoß geben, Güte, Liebefähigkeit, Geduld, Toleranz und Humor in ihren Mitmenschen zu entwickeln. So leben wir und entwickeln uns gemeinsam in unserer familienähnlichen Wohn- und Lebensform.

Unsere Aufgaben, unsere Ziele

Wir sehen unsere vordergründige Aufgabe darin, Ermöglicher individuellen Wollens für die jungen Menschen in unserem Haus zu sein. Unsere Aufgabe ist es, Unterstützung und Hilfestellung zu leisten sowie Rahmenbedingungen zu schaffen, dass sich ihr individueller Lebensentwurf vollziehen kann.

Unser Ziel ist es, jungen Menschen soweit wie möglich aktive Partizipation am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Unser Ziel ist es, Grundlagen zu schaffen, auf denen die jungen Menschen, entsprechend ihren Möglichkeiten, ihr Leben als Erwachsene aufbauen können. Unser Ziel ist es, den jungen Menschen ihre Selbstwirksamkeit erfahrbar zu machen. Unser Leben in der Gemeinschaft.

Das soziale Bewusstsein, der achtsame Umgang miteinander prägen unser Zusammenleben in unserem Hause. Es entsteht in hohem Maße ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Wir bilden in familienähnlicher Weise eine Lebensgemeinschaft mit den jungen Menschen, in der wir das soziale, künstlerische, geistige und religiöse Leben im Jahresverlauf gemeinsam miteinander gestalten.

Zur Erreichung unseres Ziels, Partizipation und Lebensgrundlagen für das Erwachsenenleben zu schaffen, treten wir bewusst zusammen mit den jungen Menschen in Kontakt mit der Gesellschaft außerhalb des Wohnheims und integrieren diese in unsere alltäglichen Lebensgestaltungsaufgaben.

Unser Arbeiten in der Gemeinschaft

Die geregelte Arbeitszeit für uns Mitarbeiter bleibt organisatorisches und psychohygienisches Erfordernis. Gleichzeitig fassen wir Arbeit nicht als abgegrenzte Pflicht auf, da das Leben in unserem Haus Flexibilität und situationsgerechtes Handeln erfordert.

In wöchentlichen Konferenzen und Gruppenbesprechungen erweitern wir unser fachliches Wissen und vertiefen unser Interesse am Menschen. Gleichzeitig blicken wir auf unseren täglichen Arbeits- und Lebensprozess.

In regelmäßigen Abständen finden unter ärztlicher Begleitung Besprechungen statt, in denen wir liebevoll unser Bewusstsein unter medizinischen und heilpädagogischen Gesichtspunkten auf einzelne Kinder und Jugendliche richten.

Die Beziehungsgestaltung der jungen Menschen zu ihren Eltern ist uns ein besonderes Anliegen. Wir erreichen dies, indem wir die Eltern in unsere Feste und unser kulturelles Leben, sowie in Elternabende und Gespräche so mit einbeziehen, dass auch mit ihnen ein Austausch in lebendiger Weise gestaltet wird.

Leben in der Liebe zum Handeln

und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.
Rudolf Steiner, Philosophie der Freiheit, 1894